Zwei alte Catalpa (Trompetenbaum) in der Taunusanlage abgeholzt

Anfang März waren die zwei alten Bäume, die die Fläche vor dem Schillerdenkmal in der Taunusanlage prägten, nicht mehr. Es waren zwei Catalpa bignonioides, der Gewöhnliche Trompetenbaum, Pflanzjahr 1942, Kataster-Nr. 1 und 2.  Beide Bäume waren mir ans Herz gewachsen.

Ausschnitt aus Frankfurter Baumkataster

Ausschnitt aus
Frankfurter Baumkataster

Einige Äste waren schon länger erkennbar abgestorben. Doch mit etwas gutem Willen und einem schützenden Zaun hätten diese ehrwürdigen Baumgestalten noch eine gute Weile das Gesicht der Wallanlagen prägen können. Doch der Wahn, Altes an dieser „prominenten“ Stelle im Bereich des Taunustores zu entfernen, hat zugeschlagen.

Sicherlich ist geprüft worden. Ob die Bäume in den Höhlungen Getier enthalten. Das Ergebnis ist eigentlich immer: Nein. Also entfällt die Schutzbedürftigkeit. Wenigstens ein Baum hätte als „Habitatbaum“ stehen bleiben können. Leben und Sterben der Natur läßt sich durch Totholzbäume auch in öffentlichen Anlagen gut veranschaulichen.

Bald ist die Umgestaltung der Straße Taunustor fertig. Warum sollte dann Rücksicht genommen werden auf lebende, wachsende „Statuen“, wie sie die beiden ausladenden, jedes Frühjahr munter blühenden Bäume mit den weißen „Trompeten“, darstellten?

Noch nicht mal eine Meldung der Stadt, daß sie zur Fällung anstehen, waren die Bäume wert. Sie wurden klammheimlich abgesägt. Ob dort zwei neue, sehr große Catalpa gepflanzt werden? Das ist unbekannt. Ob der zuständige Ortsbeirat 1 sich um die Bäume gekümmert und gesorgt hat? Auch das ist unbekannt. Da es keine städtische Meldung gab, stand auch nichts in den drei Frankfurter Tageszeitungen vom Verlust der Baumriesen.

Ich habe sie oft fotografiert, weil ich dieses heimliche Vorgehen der Stadt befürchtete. Die Erinnerung schwindet so schnell, wenn keine Bilder vorhanden sind.

Die Wallanlagen sind bei der jetzigen schwarz-grünen Stadtregierung keine geschützte Anlage, wo das Grün und die Bäume Vorrang haben.

Für das Stadtlabor Wallanlagen habe ich das Baumkataster der Wallanlagen durchforscht. Es fehlten 2013 im Ring der Wallanlagen 280 Bäume. Jetzt fehlen noch mehr. Das Umweltdezernat ist nicht ambitioniert genug, den Baumbestand in der Innenstadt wirklich zu erhöhen. Die Bäume werden allen anderen Stadtentwicklungsprioritäten untergeordnet.

Die Öffentlichkeit wird darüber nicht oder nur sehr bruchstückhaft informiert.

Bei der Kommunalwahl am 6. März 2016 kam sicherlich auch dafür die Quittung: Schwarz-Grün ist abgewählt. Die Grünen verloren satte 10 % der Stimmen gegenüber 2011. Lernen die Grünen wieder, Bäume zu achten? Im Grüneburgpark wollten sie 2012 165 gesunde Bäume fällen.

Gisela Becker

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s