Radfahren auf der Autobahn A 66

ADFC bikenight 3. September 2016

Gestern Abend war es wieder soweit: Der ADFC lud zur bikenight und Tausende fuhren mit. Es ging am Römerberg um 20 Uhr unter dem Motto „Mehr Platz für Radler – nicht nur heut` Nacht!“ los. Nach dem sehr langsamen Start fuhren wir über zwei Mainbrücken, kurz drauf ging es durch die Bockenheimer Landstraße in die Sophienstraße zur Zwischenkundgebung, dann recht langsam durch das schmale „Nadelöhr“ Ginnheimer Straße. Befreiend war anschließend die freie Fahrt auf dem sehr breiten Asphaltband der Autobahn A 66. Wir verteilten uns locker über alle Spuren. Manche parkten mit ihrem Drahtesel kurz am Rand der Autobahn, um den Eindruck der radelnden Massen zu gewinnen und einmalige Fotos zu sammeln. Kein Auto auf der Autobahn – nur wir! Zur Ölkrise war es an Sonntagen so, erinnern sich viele. Und erzählen es ihren mitfahrenden Kindern oder Enkeln. Und jedes Jahr zur bikenight wird eine der vielzuvielen Autobahnen um Frankfurt demonstrativ gesperrt und befahren.

Wenn die unglaubliche Masse an Asphaltflächen doch stattdessen voller Bäume stehen würde, schießt mir durch den Kopf. Spätestens auf der Miquelallee beim Vorbeiradeln am Nordrand des Grüneburgparks wird überdeutlich, wie sehr die Grüne Lunge rund um Frankfurt durch Autobahnen kaputt ist. Die Gesetzmäßigkeit des Klimawandels durch zerstörerische Mobilität wird in vollem Umfang erfahrbar. Aus der Fahrradperspektive.

Sonntags autofrei wäre eine der radikalen Umwelt-Forderungen. Als Anfang.

Wie alljährlich hat mir die Tour sehr viel Spaß gemacht. Bin ja seit 25 Jahren selbst ADFC-Mitglied. Im Dunkeln kommen die vielen sehr unterschiedlichen Radtypen nur schwer zur Geltung. Es gab phantsievolle Lastenräder, einen Schiffstransporter per Rad(!), viele Tandems, Liegeräder. Kinder fuhren locker mit. Der ADFC sperrte mit seinem vielköpfigen Team wieder zuverlässig die Zufahrten ab und sprintete zu den nächsten Zufahrten, damit kein Auto von der Seite zwischen die Demo fahren konnte.

Der Einsatz der Polizei hält sich bei dieser alljährlichen, abendlichen Großdemonstration für den Radverkehr auf die Weise in Grenzen, ist nur an strategisch besonders wichtigen Kreuzungen sichtbar.Die Kooperation funktioniert diesmal zum sechsten Mal.

Fahrraddemonstration am Tag war früher

Toll wäre eine Tages-Demonstration, um den Radverkehr sichtbarer zu machen. Das hatten wir vor Jahren in Frankfurt sehr häufig. Die große Wende für mehr Radverkehr wurde damals eingeläutet, erinnern sich die „Alten“, die für eine andere Verkehrspolitik eintraten und bis heute in die Pedale treten.

Die vom alternativen Verkehrsclub ADFC gewünschten 25 – 30 % Radverkehr am täglichen Gesamtverkehrsaufkommen sind in Frankfurt noch lange nicht erreicht, sie pendelt bei 14 %. Der politische Elan für umweltfreundliche Mobilität in Frankfurt, Hessen und Deutschland muß ganz klar bei der Finanzierung Priorität bekommen. Das ist ein zähes Ringen gegen die Autolobbyisten.

Mehr zur gefahrenen Route hier

mehr zum ADFC hier

Gisela Becker

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s