Arboretum bei Aubonne am Genfer See

Heute geht es per Bahn und Bus bei sonnigem Herbstwetter zum 200 ha großen Arboretum mit 3000 Bäumen und Varietäten. Beste Jahreszeit sei immer, heißt es. Im Herbst werden die amerikanischen Eichen in Rot, die europäischen Eichen in Gelb und die asiatischen Eichen in Braun versprochen. Mal sehen …

Spazierweg zum Arboretum

Zuerst führt das gelbe Wanderschild durch die alte Stadt Aubonne hoch zum Schloß vorbei an ehrwürdigen, gut restaurierten alten Gemäuern und Wohnhäusern. Der Innenhof des Schlosses überrascht mit dekorativem Bodenmosaik mit Blumenmotiven aus kleinen, vom Wasser rundgeschliffenen Kieselsteinen. Die herbstlich gelbe alte Linde sprüht vor Energie. Durch Wald geht es mal auf schmalem Wanderweg, mal auf breitem Wirtschaftsweg im Tal der Arbonne, mal auf und mal ab und mal eben,  in rund einer halben Stunde zur ersten Informationstafel des Arboretum-Gebietes, das immer frei zugänglich ist. Im Wald ist es jetzt Ende Oktober kalt. Eine Sammlung von Birken aus verschiedenen Teilen der Welt begrüßt uns. Der Blick öffnet sich auf Wiesenhänge und auf das Besucherzentrum. Es ist geöffnet, der Kiosk bietet Kleinigkeiten. Wir sitzen in der prächtigen Sonne an einem rustikalen Tisch.

Weiter zum japanischen Arboretum

Die malerische Aubonne gurgelt und sprudelt über dicke Kiesel. Hinter einer über hundertjährigen Staumauer ist ein See. Eine alte Holzbrücke führt über den Fluß, wo er in den See einfließt. Gelb leuchten zahlreiche Tulpenbäume, Liriodendron tulpifera, die am Hang stehen. Es reihen sich hangaufwärts Variationen von Nadelbäumen. Ein Bauer spaziert mit drei Maultieren durch das parkähnliche Gelände, das mit guten Wegen für festes Schuhwerk sowie Bänken ausgestattet ist. Schafe und glockenbehängte Kühe beweiden eingezäunte Wiesenflächen. Der große japanische Teil ist eingezäunt und dicht mit relativ kleinen Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Bambus wildert unter hohen Buchen und Fichten.

Wanderweg zurück nach Aubonne

Wieder folgen wir dem gelben Schild auf schmalem Wanderweg, der uns unter 40 Meter hohen Buchen entlangführt. Gigantisch. Es sind Kiefern und Fichten eingemischt. Dort im feuchten Laub, es hatte die letzten Tage heftig geregnet, stehen kleine Pilze, zum Beispiel graublättriger Schwefelkopf und der rote Fliegenpilz. Mehr als eine Stunde brauchen wir für den Rückweg, der auch durch Weinberge führt. Die letzte Strecke führt auf einem Wirtschaftsweg, der an der Seite einen Kanal für schnellen Abfluß des Regenwassers hat, ziemlich bergab, was anstrengend ist. Die letzte Etappe in Aubonne zur Bushaltestelle führt steil bergauf, vorbei an einer zehnköpfigen Herde von Auerochsen.

Rückblick

Es ist ein schönes, hügeliges Waldgebiet, in dem das Wandern ein Vergnügen ist. Der Zugang zum Arboretum ab Aubonne mit der Busstation oder  Bière mit der Bahnstation ist zu Fuß mit einer rund einstündigen Wanderung verbunden und somit sehr weit.

Die Spezialität Arboretum mit den vielen Baumvariationen hat sich nicht recht erschlossen. Es ist „von Natur aus“ ein sehr hoher Buchenwald durchmischt mit Nadelbäumen. Nur wenige Bäume tragen Schilder mit botanischem Namen, doch ohne Altersangabe. In Büchern im Informationszentrum läßt sich vieles über Dendrologie nachlesen. Im Internet gibt es keine Detailinformationen zu den dortigen Baumarten. Ulmen sind dabei.

Ein Verein und eine Stiftung sind für das Arboretum zuständig. Näheres hier

Gisela Becker

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