200. Montagsdemo gegen Fraport

Es war ein Jubiläum, zu dem die Bürgerinitiativen für den gestrigen Montag um 18 Uhr aufgerufen hatten. Seit 2011, seit der Eröffnung der unnötigen Landebahn Nordwest, wird demonstriert. Gestern war die 200. Demonstration.200-montagsdemo-terminal-1

Es war gewaltig, was sich im Terminal 1 an geballter Energie gegen Fraport bot. Die Trommelwirbel, die Menge von rund 1600 Menschen aus der gesamten vom Fluchlärm betroffenen Rhein-Main-Region von Jung bis Alt (überwiegend Letztere), die Plakate und Transparente sowie die engagierten Redebeiträge machten deutlich:

Die Landebahn muß weg, kein Terminal 3, kein weiterer Ausbau, keine Billig-Airlines als Platzfüller bei seit Jahren sinkenden Flugbewegungen, Verlagerung von Kurzstrecken konsequent auf die Schienen, keine Subventionierung des Flugverkehrs. Vor allem: Konsequentes Nachtflugverbot auf allen Flughäfen von 22 – 6 Uhr.

Die SPD-Oberbürgermeister von Mainz (Michael Ebling), Offenbach (Horst Schneider) und Frankfurt (Peter Feldmann) waren anwesend, übermittelten in einem Statement ihre Solidarität mit den Initiativen und versicherten ihren Einsatz für ein notwendiges Nachtflugverbot von 22 – 6 Uhr und Fluglärmminderung. Was sagt dazu die SPD in Hessen? Aus der Menge wurde gerufen: „Die Bahn muß weg.“ Dazu war von den OBs kein Wort zu hören.

Thomas Will, SPD, Landrat des Kreises Groß-Gerau und Sprecher von Zukunft Rhein-Main erinnerte daran, daß der Ausbau mit einer Zunahme der Flugbewegungen begründet wurde. Doch es werden kontinuierlich weniger Flüge.

Hauptredner der Initiativen war  Uwe Hiksch von den Naturfreunden, extra mit der Bahn aus Berlin angereist, der zum Klimaschutz, gegen Fluglärm und unnötigen Flugverkehr auf einer ökologischen Verkehrswende insistierte.

Mir imponiert das Durchhalten und der Elan so vieler Menschen der Region gegen Fraport, das ja größtenteils ein Unternehmen in öffentlicher Hand ist, sehr. Die Belastung durch Fluglärm und Flugdreck ist enorm und unüberhörbar. Ich habe viele Bekannte getroffen, die teils schon seit der Startbahn 18 West gegen den raumunverträglichen Flughafen protestieren.

Die Bürgerinitiativen müssen einen langen Atem haben, wenn selbst die, die vor der Wahl Versprechungen zur Fluglärmminderung machen, nach der Wahl alle Wahlversprechungen vergessen: Wie die Grünen mit Tarek Al-Wazir, der grüner hessischer Wirtschaftsminister ist. Aber so ist es ja in der Regel bei opportunistischen Politikern: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?“

Gisela Becker

 

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