Kenntnisreiche Pilzführung im Botanischen Garten

Frankfurt. Alle Jahre wieder findet im Herbst ein Spaziergang zur Pilzvielfalt im Botanischen Garten statt. Urs-Victor Peter hatte vom StadtWaldHaus Pilzexemplare mitgebracht, die von den beiden Fachfrauen Prof. Dr. Meike Piepenbring und Hermine Lotz-Winter zum Start gezeigt wurden.

Zur allgemeinen Einführung wurde erklärt: Aus dem Myzel wachsen die Pilzkörper. Als Saprophyten werden diejenigen Pilze eingestuft, die organische Stoffe abbauen und Humus bilden. Wenn Pilze aus lebenden Stoffen ihre Nährstoffe beziehen, handelt es sich um Parasiten. Zahlreiche Großpilzarten bilden mit ihrer Mykorrhiza mit anderen Pflanzen – Bäumen oder anderen Blütenpflanzen – eine Art Lebensgemeinschaft, in der beide Partner Vorteile haben. Umwelteinflüsse können beim gesunden gegenseitigen Wachstum von Mykorrhiza und Pflanze große Schäden anrichten.

Wie trotzt die Rotbuche dem Riesenporling?

Da wir an der Rotbuche am Teich starteten, fragte ich nach der Pilzentwicklung des Riesenporlings und der pilzigen Abwehr durch Mykorrhiza. „Fälblinge und Ritterlinge haben sich dort angesiedelt und halten den Riesenporling in Schach“, antwortete H. Lotz-Winter.

Die Liste der gefundenen Pilze am Samstag, 7.10.2017 im Botanischen Garten:

  • Riesenporling
  • Schleierling
  • Ritterling
  • Rettich-Fälbling   Hebeloma sinapizans
  • Nebelkappe   Clitocybe nebularis
  • Mehlrasling    Lyophyllum …
  • Grünblättriger Schwefelkopf   Hypholoma fasciculare
  • Graublättriger Schwefelkopf   Hypholoma capnoides
  • Helmling   Mycena …
  • Stockschwämmchen   Kuehneromyces mutabilis
  • Brandkrustenpilz
  • Karbolegerling   Agaricus xanthoderma
  • Striegeliger Schichtpilz
  • Spaltblättling
  • Ohrlöffelstacheling  Auriscalpium vulgare    (Foto)
  • Anis-Champignon
  • Kiefern-Reizker Lactarius semisanguifluus   (Foto)
  • Erdritterling  Tricholoma terreum
  • Hallimasch  Armillaria ostoyae
  • Herbstlorchel   Helvella crispa   (Foto)
  • Rißpilz   Inocybe fibrosa
  • Mehlpilz    Clitopilus prunulus
  • Hainbuchen-Raufußröhrling   Leccinum pseudoscabrum

Die entdeckten Pilze wurden rundum angeschaut, teils angeschnitten oder halbiert, eine Geruchsprobe genommen, über die mögliche Verwendung als Speisepilz gesprochen, aber auch über die Giftigkeit und die Vorsichtsmaßnahmen. In der Liste ist kein entsprechender Vermerk.

Dieses Jahr gibt es reichlich Pilze, so daß alle Interessierten ihre Freude beim Sichten haben können, am besten mit professioneller Führung.

Gisela Becker

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