Hauptfriedhof mit Kräuterspirale, Altholzstapel, Benjes Hecke, Bienenhotels

Kräuterspirale im Hauptfriedhof
Foto Gisela Becker

Frankfurt. Es mutet wie eine alternative gärtnerische Nutzung an, was sich im Quartier 16 im Osten des städtischen Frankfurter Hauptfriedhofes seit wenigen Jahren entwickelt. Dort sind gestalterische Anordnungen und Pflanzen wie aus einem Umwelt-Bilderbuch.

Auch ein Distelfeld, ideal für Vögel, wuchert dort. Aktuell ist eine neue Fläche freigeräumt und liegt mit offener Erde da. Was dort wachsen wird, erkenne ich noch nicht. Es gibt keine Informationstafel vor Ort.

Im Internet finde ich nichts zum Konzept und den GestalterInnen. Eine mail-Anfrage an das zuständige Friedhofsamt verläuft ins Leere, bleibt unbeantwortet.  Typisch.

Auch das Umweltdezernat äußert sich bisher nicht. Vor Ort habe ich noch niemand angetroffen. Seit zwei bis drei Jahren kenne ich diese Form der gärtnerischen Nutzung im Hauptfriedhof. Es wird Zeit, daß dazu etwas öffentlich gesagt wird. Ist dort jemand privat tätig?

Auch in den beiden Broschüren zum Hauptfriedhof gibt es keinerlei Hinweis. Mir ist bekannt, daß es Ideen zum Konzept „Friedhof 2030“ gibt, denn es gibt geschäftliche Interessen von LandschaftsarchitektInnen. Der inhaltliche Austausch geht in der Regel an parlamentarischen Gremien vorbei und ist von ihnen auch selten in Auftrag gegeben. gb

Nachtrag 28.11.2017

Auf meine Fragen zum Konzept der Gestaltung zur Biodiversität antwortete mir nun Thomas Bäder, unterschrieben von der Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Per Brief.

Es besteht tatsächlich ein Zusammenhang zu „Friedhof 2020“. Oben schrieb ich aus der Erinenrung „2030“.  Bäder: „So sollen die Friedhöfe beispielsweise durch Kommunikationszonen bereichert werden.“

Und weiter: „Mitarbeiter*innen des Hauptfriedhofs haben sich daraufhin dieses Bereichs angenommen und ihn nach und nach mit Biotopstrukturen bereichert, die dem Erhalt der Artenvielfalt dienen sollen.“

Die Öffentlichkeitsarbeit zu diesen Entwicklungen steht aus.

Gisela Becker

Nachtrag 29.11.2017

Das Stichwort zur weiteren Recherche ist „Vision Friedhof 2020“. Erst jetzt schaue ich im Internet in Parlis nach, dem Parlamentsinformationssystem. Da war doch was? Und zwar der Bericht B 539/2013 (externes Planungsbüro sei beauftragt), Bericht 484/2014 sowie die Anregung aus dem Ortsbeirat 3 OM 4202/2015, einen Naturlehrpfad auf dem Hauptfriedhof einzurichten und ihn entsprechend zu beschildern. Freiwillig hat der Magistrat nicht berichtet, nur auf parlamentarische Anfragen. Beauftragt wurde die Firma PlanRat, Kassel (Martin Venne), neue Nutzungskonzepte für sich leerende Friedhöfe zu erstellen. Von einem Ergebnisbericht ist nichts zu lesen.

Das im Hauptfriedhof entstandene Bilderbuch-Biotop ist bisher der lesenden Öffentlichkeit nicht präsentiert worden, obwohl ein Naturlehrpfad mit Beschilderung vom zuständigen Ortsbeirat ausdrücklich gewünscht war. Seit 2015, immerhin zwei Jahre, ist nichts mehr zu dem 153500,00 € teuren Auftrag an die Planungsfirma öffentlich zu hören gewesen, obwohl die Vorschläge in die öffentliche Diskussion gehören. gb

Nachtrag

Die fnp berichtete 2014 vom Friedhof als Landschaftspark, wie er von der Firma PlanRat weiterentwickelt werden soll, nachzulesen hier

Eine Antwort zu “Hauptfriedhof mit Kräuterspirale, Altholzstapel, Benjes Hecke, Bienenhotels

  1. Manchmal passieren noch Wunder!

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