Gibt es Veilchen beim Naturfreundehaus?

Um das Frankfurter Naturfreundehaus, Am Poloplatz 15, das am Rand des Frankfurter Stadtwaldes in Niederrad zwischen den S-Bahn-Stationen Niederrad und Stadion gelegen ist, gibt es ein sandiges, hügeliges, umzäuntes Waldstück, das abwechslungsreich mit Wiesen, Busch- und Blumenflächen unterbrochen ist.

Es gibt einen großen, gepflegten Beach-Volleyball-Platz, Flächen zum Spielen und Aufenthalt, eine Grillhütte und ein Haus mit Spielgeräten. Es gibt ein Jahresprogramm und verschiedene Aktivitäten. Das Haus wird für Feiern gern gemietet.

Bodennaher „Krautschicht“ beim Wachstum zuschauen

Seit gefühlten zehn Jahren schaue ich dort rund um das Haus intensiv nach der Pflanzenwelt. Die bodennahe Begrünung, die „Krautschicht“, hat es mir dort besonders angetan. Die pflege und hege ich, fülle Lücken, siedle mehr Arten an, meist Stauden, setze Kräutlein wie Thymian, Rosmarin, Oregano, Estragon und Salbei an sonnige Standorte.

Vorher kommt Laub, von dem es im Wald massig gibt, und sandige Erde an die neue Pflanzstelle. So entsteht ein bißchen Kompostqualität. Lehm gibt es leider keinen. Inzwischen ergänze ich die Blumenpflanzungen mit viel Grasbüscheln und Farnen. So hat sich der Wurmfarn auf dem Dünensand sehr gut bewährt.

Das ganze Jahr soll es blühen

Meist kommen die Pflanzen aus meinem Garten. Denn da – im Lehmboden – vermehren sie sich gut. Statt den eigenen Kompost reichere ich die Artenvielfalt der Blumen um das NFH an, um vor allem den blütenhungrigen Insekten etwas Gutes zu tun.

Das ganze Jahr soll es möglichst blühen, was gefällig für das Auge und das Gemüt ist, und für Insekten verschiedenster Art Nahrungsquelle ist. Ich bilde mir nicht ein, damit dem großflächigen Schwund von Insekten und Wildblumenarten entgegensteuern zu können. Auch der Schwund an Vögeln läßt sich so kaum aufhalten. Es ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Vielleicht wird erreicht, daß sich mehr Menschen für Naturvielfalt und Naturerhalt interessieren. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Meist arbeite ich beim großflächigen Bodenaufbau und der Blumenpflege seit Jahren ganz allein. Die Grünpflege steckt NaturfreundInnen nicht an.

Stauden, Farne, Gräser

Eine aktuelle Bestandsaufnahme der Pflanzen beim Naturfreundehaus wäre durchaus von Interesse. Eine Auflistung ergibt rund fünfzig Staudenarten. Dazu kommen zehn Zwiebelblumenarten sowie verschiedene Farne und hitzebeständige Gräser. Die hohen, schattenspendenden Laub- und Nadelbäume und die Sträucher verdienen ebenfalls Beachtung. Faszinierend finde ich auch die vielgestaltige Pilzwelt das ganze Jahr über dort im Stadtwald.

Gibt es Veilchen im Terrain?

Bei meiner letzten Sichtung der begrünten Flächen dachte ich auf einmal:

Wie steht es eigentlich mit Veilchen? Gedeihen welche auf dem Gelände? Wo sind sie? Haben sie sich vermehrt? Oder stagnieren sie?

Es ist oft eine Ausgangsfrage dieser Art, die mich zur Forschung anregt. Und dazu, für Veilchen zu sorgen, neue Pflanzen aus meinem Garten mitzubringen. Das sind die duftenden Märzveilchen. Doch in Feld und Wald gibt es natürlich noch viele andere Sorten. Nun werde ich ein Auge auf Veilchen haben, die ja schon zu Frühlingsbeginn, meist in Blautönen, blühen.

Gisela Becker

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