Wenn Stadtbäume in der Sommerhitze schwächeln

Kein Brauchwassernetz in Frankfurt

Frankfurt. Das Umweltdezernat hat wegen der langanhaltenden Trockenheit bei Temperaturen um 35 Grad im Schatten die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Straßenbäume in der Nachbarschaft mit Wasser zu versorgen link . Jungbäume könnten bis 150 Liter Wasser vertragen. Woher soll das Gießwasser kommen? Wo kann das Brauchwassernetz an Hydranten angezapft werden?

Davon ist keine Rede. Wasser vom Salatwaschen solle benutzt werden … Da muß ich lachen. Wie realistisch ist das?

Brauchwassernetz dringend erforderlich

Als Stadtverordnete (2002 – 2011) hatte ich mal nach der Bewässerung in den Parkanlagen, speziell dem Rothschildpark, im Umweltdezernat, seinerzeit Manuela Rottmann, Grüne, nachgefragt. Nein, es gäbe kein Brauchwassernetz. Der Park werde mit Trinkwasser gewässert. Ich konnte diesen Umwelt-Irrsinn nicht fassen. Gestern erzählte mir eine Freundin, daß beim U-Bahnbau das funktionierende Brauchwassernetz zerstört worden sei. Das klingt realistisch.

Da hat die Frankfurter Stadtverwaltung, die seit Jahrzehnten Grüne im Magistrat hat, nicht für einen sparsamen Umgang mit dem kostbaren Trinkwasser, für das der Vogelsberg und das Ried massiv geschädigt werden, gesorgt! Auch seit dem Hitzesommer 2003 hat sich die Vernunft im Umgang mit dem teuren Gut Trinkwasser in Frankfurt nicht durchgesetzt. Viele Menschen sind empört. Doch wen interessiert das bei den jetzt Regierenden?

Bockenheimer Anlage mit Luxushotels grün durch tägliche Trinkwasser-Bewässerung im Sommer

Jahr für Jahr erlebe ich, wie mit sauberem Trinkwasser die Bockenheimer Anlage intensiv grün gehalten wird. Es ist anormal. Es entsteht ein Luxushotel nach dem anderen entlang den Wallanlagen. Da muß die Schau stimmen. Auf Kosten der Allgemeinheit und der Umwelt. Nachhaltigkeit ist kein Wort in der Politik. Wer zahlt das Wasser? Wir SteuerzahlerInnen. Das Budget des Umweltdezernats wird Jahr für Jahr wegen der immensen (unnötigen) Wasserkosten mit Millionen erweitert. Das Geld fehlt dann an anderer Stelle.

Grüneburgpark

Beim Grüneburgpark hätte im Rahmen der sogenannten Grundsanierung alles anders werden können. Doch auch da versagt das Grünflächenamt, wenn die extra gepflanzten Rhododendren ganzjährig bei Trockenheit mit reichlich Trinkwasser im extra gekauften sauren Boden – oft in der Mittagsglut – versorgt werden. Zum Glück gehen manche Rhododendren ein, werden hoffentlich nicht mehr ersetzt. Weder im Grüneburgpark noch im Palmengarten gibt es ein funktionierendes Brauchwassernetz. Dabei wäre eine Grundwasserförderung mit Pumpe und Rohrnetz, wie im letzten Jahr im Hauptfriedhof gebaut, die gescheite Lösung.

Fehlende Verschattung der breiten Straßen

Die Hansaallee wurde mit schmalbrüstigen Ahornbäumen bepflanzt, auf daß sie bloß keine großen Kronen ausbilden und den Straßenraum verschatten könnten. So ist es auch mit der Bockenheimer Anlage im Bereich der Alten Oper. Die schmalen Bäume in der Straßenmitte gedeihen einfach nicht, sollen sie auch nicht, sie könnten ja dann den Straßenraum verengen.

Es gibt bei dieser Stadtverwaltung keine Chance auf Besserung. Wenn heute darüber gesprochen wird, daß die Klimaveränderung bei der Stadtplanung beachtet werden sollte, dann ist das morgen, wenn es abkühlt und regnet schon wieder vergessen. gb

 

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