Tödlicher Fahrradunfall in Frankfurts Innenstadt

Die Angst fährt täglich mit. Die Radbenutzung in Frankfurt ist sehr gefährlich. Es wird vom Magistrat beim Radverkehr nur gekleckert statt geklotzt.

Gestern, am Freitag, 3.8.2018 wurde kurz nach 14 Uhr ein 60jähriger Radfahrer in der Kurt-Schumacher-Straße auf Höhe der Stadtwerke von einem LKW erfaßt und überfahren. Das meldet die Frankfurter Tagespresse.

An der Stelle gibt es keinen Radstreifen entlang der Fahrbahn. Der Radfahrer fuhr den Angaben zu Folge auf dem Gehweg, wich Fußgängern aus, geriet an den Rand und wurde vom LKW gestreift. Er stürzte und geriet unter den Anhänger, wo er überfahren wurde.

Und eine Radfahrerin starb am Dienstag in Nied

„Eine 74 Jahre alte Radfahrerin ist am Dienstagmittag in Frankfurt von einem Lastwagen angefahren und tödlich verletzt worden. Sie sei noch an der Unfallstelle im Stadtteil Nied gestorben, teilte die Polizei mit. An einer Einmündung sei sie gegen den abbiegenden Lastwagen geprallt. Zur Klärung des Unfalls sucht die Polizei nach Zeugen.“ zitiert aus FNP vom 3.8.2018

Kommentar: Wie gefährlich es mit dem Radverkehr in Frankfurt bestellt ist, erfahre ich als über 70jährige Radlerin nahezu täglich. Es fehlt allenthalben an sicheren Radverkehrsverbindungen. Da wird ein Stück Eschersheimer im Dornbusch aktuell mit Radstreifen versehen, die Autofahrbahn auf eine reduziert, doch die nördlichen und südlichen Anschlußstücke der Radstreifen fehlen, werden nicht mitbedacht. Wo soll der Radverkehr sicher unterwegs sein?

Und: Immer noch müssen sich Fußgänger und Radfahrer enge Flächen teilen. Negatives Beispiel ist ebenfalls die Eschersheimer stadtauswärts ab Eschenheimer Turm. Weshalb? Die Straße ist breit genug. Ein breiter Radstreifen wäre seit Jahrzehnten möglich.

Es ist miserables Stückwerk, was uns von der Stadtregierung seit Jahren geboten wird. Noch nicht mal alle Schulen haben sichere Radverbindungen, ein sicheres Radwegenetz, einen immer wieder überprüften Schulradwegeplan.

Wenn Eltern mit ihren Kindern auf Rädern unterwegs sind, ist das äußerst mutig. Ich staune über ihren Mut. Dabei sollte es doch selbstverständlich sein, zur Schule, zum Schwimmbad, zum Einkaufen ohne mulmiges Gefühl radelnd unterwegs zu sein. In Frankfurt geht das nicht.

Nicht ohne Grund haben über 35000 in Frankfurt wahlberechtigte Menschen innerhalb der letzten drei Monate für den Radentscheid unterschrieben. Die Frage ist jetzt, ob der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung sich des Radentscheids positiv annimmt.

Der Autoverkehr nimmt ständig zu. Immer mehr Menschen sind in Frankfurt unterwegs, sind mobil, auch mit Fahrrädern. Sie quetschen sich durch die Lücken. Ein Fahrvergnügen entsteht auf keiner Strecke. Immer fährt die Angst mit. Und die massenhafte Kritik an der Vernachlässigung des Radverkehrs prallt bei den Verantwortlichen ab.

Die beiden jüngsten Todesfälle sind zwei zuviel. gb

Weiterer schwerer Fahrradunfall am 13.8.2018 an der Eschersheimer Landstraße Ecke Hügelstraße

Die Polizeimeldung am 14.8. 2018 im Wortlaut:

„Ein Lkw hat am Montagnachmittag beim Abbiegen von der Hügelstraße in die Eschersheimer Landstraße einen 12-jährigen Jungen auf seinem Fahrrad erfasst und schwer verletzt.

Gegen 14.00 Uhr waren beide auf der Hügelstraße in Richtung Ginnheim unterwegs, als der 52-jährige LKW-Fahrer mit seinem Kipplaster rechts in die Eschersheimer Landstraße nach Norden hin einbog. Dabei übersah er scheinbar den neben ihm befindlichen Jungen mit seinem Kinderfahrrad. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem der 12-Jährige zu Boden stürzte und sich schwere Verletzungen zuzog.“

Weiterer tödlicher Fahrradunfall in Sachsenhausen am 14.8.2018

Gerade lese ich in der FNP, daß eine 28jährige Radfahrerin in Sachsenhausen beim Überqueren der Straße unter eine Straßenbahn geriet und zu Tode kam.

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