LAND und GENUSS – eine Erlebnismesse vom 22.-24. Februar 2019 in Frankfurt

Eine heitere, kurzweilige Messe

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Was sich vor mir in der Halle 1 der Messe Frankfurt am Freitag ausbreitet, ist eine Erlebnismesse der besonderen Art. An vielen Ständen gibt es eine bunte und vielseitige Palette regionaler hessischer Produkte von Käse über Brot zu Wurst- und Fleischwaren zu Gemüse und Obst, darunter viele Bio-Produkte.

Es gibt verschiedene Apfelweinsorten sowie Säfte, Wein und Bier und Whisky. Aber auch die köstliche, leckere Vorzugsmilch wird angeboten. Die Industrie-Ausstellungs-Halle ist erfüllt von Lärm, der durch das offene Stahlgerüst und die simple Deckenkonstruktion nicht gedämmt wird.

Mit mir rollen viele Menschen mit Rollstühlen in die Halle. Später sehe ich sie bei den Vorträgen und Kochvorführungen der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), dem Veranstalter.

Zuerst bleibe ich bei einem Stand mit Gartengeräten hängen. Es gibt superscharfe Astscheren, Rosenstecher, Löwenzahnbohrer, Sauzahn, alles schmiedeeisern und von der Firma selbst gefertigt. Am Eingang hatte ich einen Gutschein für ein Blumenpräsent der Firma Löwer ergattert. Den Stand finde ich im hinteren Bereich. Eine Kindergruppe ist beim Eintopfen von Blumenzwiebeln. Wie überhaupt sehr viele Kindergruppen in der Halle in vielen Bereichen tätig sind. Sie nehmen ideenreiche Spiel-, Rate- und Bastelangebote wahr. Die Messe ist heute auf das junge Volk phantastisch ausgerichtet. Bis 12 Jahre ist der Eintritt frei. Später erfahre ich, daß sich die Gruppen in der Regel angemeldet haben. Die BetreuerInnen haben Erfahrung.

Ich bin das erste Mal auf dieser Land-und-Genuss-Messe mit den ungezählten Mitmach-, Probier-, Diskussions- und Kaufangeboten. Ich habe eine Einladung als Presse erhalten, für meinen blog!!!. Das hat sich schon mal gelohnt. Denn ich treffe an mehreren Ständen auf den Schwerpunkt Insekten- und Artenschutz. Dort knüpfe ich mit den Ausstellern gern mit meinen Erfahrungen und Beobachtungen an, sei es aus dem Garten, aus dem Park, beim Naturfreundehaus oder anderswo.

Beim Spezialisten des Landesverbandes der Kleingärtner aus der Feldscheidenstraße, der am Laptop 1a-Vergrößerungen von Wildbienen zeigt, bringe ich unter, daß die Frühlingsblumen wie Schneeglöckchen und Krokusse in vielen Gärten weniger werden und sogar entfernt werden, obwohl im Kleingärtner-Journal seit Jahren extra auf den Insektenschutz durch entsprechendes vielseitiges Blütenangebot liebevoll und deutlich hingewiesen wird. Der Aussteller hat ausgegrabene, blühende Winterlinge in einer Schale am Stand, was mich richtig freut. Tja, Winterlinge gibt es in den Gärten kaum, dabei sind sie frühe Bienennahrung. Die Artenvielfalt in den Gärten hat meiner Beobachtung nach nicht zugenommen. Untersuchungen dazu wird es nicht geben. Die Stadt selbst wird ja weiterhin viel Grün vernichten, so für das geplante Luxuswohngebiet nahe dem Günthersburgpark, die „Günthersburghöfe“.

Aber auch die Bauern wehren sich. Vom Landwirtschaftlichen Verein gibt es eine digitale Anzeige, daß alle drei Sekunden ein Quadratmeter HessenLand zubetoniert werde. Sie sind mit der Bebauung der Ackerflächen im Norden Frankfurts beidseits der Autobahn nicht einverstanden. Es sind beste Böden und für die regionale Versorgung notwendig.

Vor allem staune ich über die Ecke mit der großen Klotzbeute aus einem ausgehöhlten Holzstamm, dem großen Insektenhotel und den vielen Informationstafeln, die von der BIENENBOTSCHAFT aufgebaut sind. Das Gespräch dauert lange, wie zu erreichen ist, daß auf dem Gelände der NATURFREUNDE in Niederrad eine Klotzbeute als Wildbienenangebot untergebracht werden könnte. Bisher gibt es unter den Naturfreunden außer mir keine Interessengruppe. Dabei geht der Botanische Garten mit gutem Beispiel voran. Informationsangebote gibt es bei Führungen. Die Start-Kosten (Klotzbeute und ein Jahr Betreuung) würden sich auf etwa 1500,00 € belaufen.

Eine große Plakatwand spricht mich an, auf der eine großformatige Blumenwiese vor der EZB prangt. Ich frage, wo die Wiese ist. Simone Jakob vom Grünflächenamt erklärt, daß es ein Wiesenstück am Hafenpark sei. Wie groß? frage ich. Zwei Hektar etwa. Es werde noch experimentiert, wie die BesucherInnen damit umgingen.

Die frisch geräucherte Forelle mit viel Meerrettich macht mich wieder fit, um einen Schnelldurchgang durch die verbliebenen Stände zu machen. Es gibt sehr viele touristische Angebote aus der näheren und weiteren Region: Marburg, Vogelsberg, Taunus, Rhön, Odenwald, Thürigen, Franken.

Im Freigelände sind einige Galloways und Schafe, gut abgeschirmt durch ein Zeltdach, zu sehen. Dort gibt es Deftiges vom Grill. In der zweiten Hallenebene finde ich auch Stände, so die Verbraucherzentrale mit Ernährungstipps sowie das städtische Netzwerk Klimagourmet, das im Sommer schon auf dem Roßmarkt stand. Zusammen mit dem „Grünen Zimmer“ – einer Bank mit begrünten Wänden für triste städtische Orte -, das als Steuersünde einzustufen ist.

Ich muß schon sagen, daß mich die Messe mit der gesamten Präsentation sowie der Breite der alternativen regionalen Angebote und vor allem der Kinderfreundlichkeit und Barrierefreiheit überzeugt hat. Es gibt sie seit 2012! Was habe ich da bisher verpaßt!? gb

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