Verschönerung des Goetheplatzes ein Aprilscherz?

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Frankfurt. Am 1. April war auf frankfurt.de zu lesen, daß der Goetheplatz im April 2019 gesperrt wird und ein neuer Belag in gelb bis rot ausgebracht wird, der nach über zehn Jahren Bestandsschutz den tristen grauen Feinsplit ersetzen soll. Außerdem sollen ab Mai 2019 unterschiedliche Sitzmöbel aufgestellt werden. Alles zur Probe für ein Jahr und dann werde abgestimmt.Ich hatte die Nachricht als fake (1.April-Scherz) gelesen und abgehakt. Doch heute gibt es in der Presse eine Wiederholung dieser Reime.  Die Stadtverordneten hätten das beschlossen. Doch ich finde in parlis keinen Antrag und dementsprechend keinen Beschluß dazu. War es ein Etat-Antrag? Auch der müßte mit dem Stichwort „Goetheplatz“ aufgelistet sein.

Natürlich gab es seit zehn Jahren ein hartes Ringen gegen den Ruin des einstmals schönen Platzes. Doch die Stadtregierungen inclusive der Grünen oder besonders der Grünen wehrten sich heftig.

Bei jedem Gespräch mit Bekannten und Unbekannten über den Goetheplatz wurde die Häßlichkeit thematisiert und beschimpft. Das Grünflächenamt wird tätig,  heißt es in der Presse. Dem hätte ich den beliebten Rollrasen zugetraut, ganz ohne Wildpflanzen.

Vor paar Tagen erwähnte ich ebenfalls wieder den häßlichen Goetheplatz hier im blog mit den Schnurbäumen in Wasserhöschen.

Schön ist nicht die Sperrung eines Innenstadt-Platzes. Zu Ostern und vielleicht über den 1. Mai. Vielleicht wird es danach wirklich peu-à-peu ein bißchen angenehmer, sich dort aufzuhalten? gb

Ergänzung am 24.4.2019

Magistratsvorlage M 81  2015

Die Grundlage für die probeweise Gestaltung geht auf die M 81 aus dem Jahr 2015 zurück, teilt mir das Umweltdezernat nun mit. Es handelt sich um den Beschluß §6436 vom 15.10.2015. Es seien für die Bemusterung (probeweise Bodenbeläge und Sitzgelegenheiten) 70000,00 € eingestellt worden.

Das Kapitel zum Goetheplatz ist unten im Wortlaut angefügt. Weshalb verstrich ein Zeitraum von vier Jahren unnütz, bis der Frankfurter Magistrat von Grünen, SPD und CDU endlich einen Beschluß aus dem Jahr 2015 umsetzt, der dem Bevölkerungswunsch entgegen kommt?  gb

Zitat aus M 81  2015:

„Goetheplatz

Die wassergebundene Decke im Bereich des Baumhains kann ausgetauscht und mit einem sogenannten Stabilizer versehen werden, der die Staubentwicklung auf der Platzfläche reduziert. Zudem wird vorgeschlagen, die Farbigkeit zu verändern. Vorgesehen ist ein heller, warmer, gelblich bis rötlicher Farbton, dessen konkrete Nuance vor Ort zu bemustern wäre.   Um die Aufenthaltsqualität im Bereich des Baumhains zu stärken, soll die Anzahl der Sitzgelegenheiten erhöht werden. Die vorhandene Möblierung (Frankfurter Bank) sollte durch ein stärker differenziertes Angebot ersetzt werden: Es sollte nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Sitzgelegenheiten am Rand stehen und für die verschiedenen Altersgruppen ein sinnvolles Angebot ermöglichen. Darüber hinaus soll in der weiteren Planung die Errichtung eines einzelnen Spielpunktes für Kinder geprüft werden.    Banktypen mit Holzlattung und Stahlgestell werden aufgrund ihrer filigranen Konstruktion favorisiert. Vorstellbar sind Bänke mit und ohne Lehne, sog. Liegebänke und kleine Hocker, um die Vielfalt zu erweitern und die Aufenthaltsqualität weiter zu verbessern. Die Qualität des Goetheplatzes als ruhiger Aufenthaltsort soll weiter gestärkt werden.       An der Stirnseite des Goethedenkmals wird ein flaches Staudenbeet vorgeschlagen, dessen Einfassung analog zum Sockel des Denkmals in Naturstein ausgeführt werden sollte. Ziel ist es, durch ein Staudenbeet mit einer blühenden Bepflanzung das Umfeld des Denkmals optisch weiter aufzuwerten.“

Eine Antwort zu “Verschönerung des Goetheplatzes ein Aprilscherz?

  1. Für Natur in der Stadt tut der Frankfurter Magistrat wirklich viel zu wenig. Die Aufenthaltsqualität öffentlicher Plätze ist kein Maßstab.