Beim Morgenspaziergang den Zustand der Bäume im Reuterweg sichten

Renaissance der Straßenbahn auf dem Reuterweg zum Uni Campus Westend und zum Hauptbahnhof gewünscht

Frankfurt. Es steht nicht gut um die Bäume entlang dem Reuterweg, in dem mal von Berkersheim bis Hauptbahnhof eine Straßenbahn mit 22000 Tageskunden fuhr. Mindestens zehn Baumhasel sind hinüber, einige davon bereits ohne jedes Blatt. Die schwarzen Äste sind Symbole einer zu heißen Stadt.

Und es wird noch heißer. Und die  Straßenbahn, die wir wieder verlangen, steht in den Sternen. Bei diesem Magistrat, der sich aus Grünen, SPD und CDU zusammensetzt.

Es fällt auf, daß zwei Baumhasel vor der Apotheke Ecke Grüneburgweg besonders tot sind. Sie waren durch eine Baustelle an dem dortigen Gebäude über ein Jahr lang durch Ablagerung von Material auf den Wurzeln schwer beeinträchtigt worden. Als ich das sah, ging die Meldung an die Stadt. Doch es half nichts mehr. Der wenige Regen konnte nicht in den Boden eindringen, um den Wurzeln Kraft zu geben.

Insbesondere die Baumhasel an den Ecken zu den Querstraßen sind am Vertrocknen und sind insgesamt mit den Kronen klein und nicht vital geblieben. Die Wachstumsschwäche war von Beginn der Pflanzungen an. Der Wurzelbereich ist total verfestigt und sowieso viel zu klein bemessen, so daß auch dort kein Regenwasser ins Erdreich eindringen kann.

Es ist wirklich kein schöner Anblick, im Wonnemonat Mai tote und sterbende Bäume zu sehen. Entlang einer entsetzlichen Autostrecke an einer Wohnstraße, deren BewohnerInnen Lärm und Dreck anscheinend klaglos hinnehmen(?)

Straßenbahn für Uni Campus Westend im Verkehrsausschuß

Zur Wiedereinführung der Straßenbahn zwischen Uni Campus Westend und Hauptbahnhof auf dem Reuerweg haben wir von der Bürgerinitiative Grüneburgpark am Dienstag im Verkehrsausschuß gekämpft. Die Renaissance der Straßenbahnverbindung geht mir nicht aus dem Sinn. Wir hatten in den 1970ern eine tatkräftige Bürgerinitiative zur Wiedereinführung. Die Straßenbahn war wegen des FVV-Dogmas „kein Parallelverkehr“ und „schienenfreie Innenstadt“ und prinzipiell wegen der Ideologie der „autogerechten Stadt“ stillgelegt worden.

Die „autogerechte Stadt“ ist weiterhin Gesamt-Dogma der Stadtgestaltung. Weder Fuß- noch Radverkehr sind verkehrspolitische Leit-Verkehrssysteme. Leider muß von Frankfurt ein bißchen was gemacht werden, weil die Stickstoffdioxyd-Werte seit Jahren die Grenzwerte überschreiten. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge sollten sein.

Im Gesamtverkehrsplan 2005 habe ich die Straßenbahn im Reuterweg als Stadtverordnete mit anderen eingebracht. Jetzt steht der Nahverkehrsplan zur Debatte. Ende des Jahres wird er zugesagt. Sie dürfen raten, ob eine Schienenverbindung auf der Hauptstrecke Hansaallee bis Mainzer Landstraße enthalten sein wird. Mit diesen Leuten nicht, ist zu vermuten. Lieber soll mit Mammutbeträgen ein riesige Umweltzerstörung als Tunnel unter den denkmalgeschützten Landschaftsschutzgebieten im Westend gebaut werden.

Der Nahverkehr gehört nicht unter die Erde sondern ins Stadtbild und hat damit einen attraktiven Mitnahmeeffekt!

Die Straßenbahn ist die richtige Alternative, um die Uni Westend gut anzuschließen.

Eine von der Unipräsidentin Birgitta Wolf favorisierte Haltestelle in der Uni-Mitte auf dem Adorno-Platz für eine U-Bahn-Verbindung zwischen Ginnheim und Bockenheimer Warte würde unsere grünen Westend-Oasen Grüneburgpark, Botanischer Garten und Palmengarten im Untergrund und beim Wasserhaushalt nachhaltig zerstören.

Die Grünanlagen stehen unter Denkmalschutz und würden des Lebenselixiers Grundwasser beraubt. gb

Nachtrag 25.5.2019

Offiziell wird von der Stadt zur Zeit die Fällung von zwei Baumhaseln im Reuterweg eingestanden: „Im Reuterweg 46 und 66 müssen zwei abgestorbene Baumhaseln mit den Nummern 1 und 27 weichen.“ Link

und im Wortlaut, weil Nachricht oftmals gelöscht wird:

„22.05.2019
Baumfällungen im Stadtgebiet

(ffm) Das Grünflächenamt teilt mit, dass in den kommenden Wochen einige Bäume wegen der genannten Mängel und aus Gründen der Verkehrssicherheit dringend gefällt werden müssen.

Am Spielplatz an der Rödelheimer Straße 86 muss ein an Pilzbefall leidender Essigbaum mit der Baumnummer 14 gefällt werden. In der Miquelallee 4 wird eine absterbende Rote Rosskastanie (Baum-Nr. 176) entfernt und im Reuterweg 46 und 66 müssen zwei abgestorbene Baumhaseln mit den Nummern 1 und 27 weichen. (Herv. d.V.) Alle Bäume werden noch im Herbst nachgepflanzt.

Weiterhin müssen zwei abgestorbene Platanen (Baum-Nr. 47 und 72) in der Straße Am Tiergarten 18 und 48 gefällt werden. Ersatz gibt es im Herbst.

Auch fünf Fichten und eine Lärche ohne Baumnummern im Finthener Weg müssen abgeholzt werden. Die Bäume sind abgestorben und teilweise vertrocknet. Eine Nachpflanzung findet wegen des zu dichten Gehölzbestands und fehlender Entwicklungsmöglichkeiten nicht statt.

In der Nordendstraße 24 wird außerdem die Rosskastanie mit der Baumnummer 12 gefällt. Grund dafür sind Morschungen und Fäulen an der Wurzel. Der Baum wird im Frühjahr 2020 nachgepflanzt.“

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.