Gisela Becker – im Ehrenamt Hüterin des grünen Niederräder Geländes der Naturfreunde

Frankfurt. In der Grünpflege und Förderung der Biodiversität auf dem Naturfreunde-Gelände in Niederrad läßt sich viel entwickeln. So ergab es sich, daß ich irgendwann als aktives Mitglied der Naturfreunde damit begann. Eine Darstellung meiner auch politischen langjährigen Aktivitäten ist im Heft 2/2019 der Naturfreunde Frankfurt erschienen. Hier ist der Beitrag im Wortlaut:

Im Ehrenamt: Gisela Becker

Die Hüterin des grünen Niederräder Geländes

Gisela Becker ist seit 15 Jahren bei den NaturFreunden.

Gestartet ist sie über ihre Tochter Anja, die begeistert bei der Naturfreundejugend mitgemacht hatte. Das Langlaufen in der Ramsau lockte die beiden, dabei lernten sie viele nette NaturFreunde-Mitglieder kennen. Die Freundschaften halten bis heute.

Gisela ist mit ihren 71 Jahren noch gut und gern körperlich aktiv, fährt viel Fahrrad und öffentlichen Nahverkehr. Sie wohnt am Grüneburgweg mitten in der Stadt. Beruflich ist sie Erzieherin, Sozialpädagogin, Diplompädagogin und schließlich mit einem großen Schwenk mit 39 Jahren Organisationsprogrammierin geworden. Mit diesem Abschluß fand sie im Gallus bei Telenorma neunzehn Jahre lang einen passablen Job.

Die Radfahrten vom Westend in die Kleyerstraße entlang der stark befahrenen Mainzer Landstraße belasteten durch Dreck und Ozon ihre Atemwege schwer. Weg von der Förderung der Autos hin zu Straßen zum Gehen und Radfahren war seit ihrer Jugend eine Vision, die Gisela im ADFC und VCD vertritt. Die Forderung nach Nulltarif für öffentliche Verkehrsmittel steht seit der Jugend auf ihrer Agenda.

Biodiversität war schon immer ihre Herzensangelegenheit

Irgendwann schaute sich Gisela das Waldgelände am Poloplatz 15 in Frankfurt genauer an. Nach und nach kamen ihr Ideen, wie der sandige Waldboden mit blühenden Pflanzen für Insekten und für das Auge bereichert werden kann.

Gisela schöpfte aus der Erfahrung aus ihrer Kinderzeit mit dem Sandboden und Garten in Offenbach. Außerdem hegt und pflegt sie seit über 30 Jahren einen Bio-Kleingarten in Eschersheim mit fruchtbarem Lehmboden. Alles, was dort zu viel ist bringt sie zum NaturFreundehaus und experimentiert mit dem sehr feinkörnigen Dünensand und dem Sandboden unter den Bäumen. Ihr Wunsch ist, dass mehr NaturFreunde so denken wie sie und ebenfalls Pflanzen mitbringen oder mit ihr gemeinsam etwas planen und gestalten.

Es liegt am NaturFreundehaus allerhand Altholz herum, das Gisela gern in die Landschaftsplanung einbeziehe würde.

Unterstützerin ist bis heute Reni, die Gisela ursprünglich nach der Gartenpflege fragte und auf deren Wunsch es 2018 sogar zum dreistämmigen Wildbienenhotel kam, ein Versuch, ein Wildbienen-Projekt mit mehr aktiv Beteiligten zu initiieren. Bisher hat sich allerdings noch niemand gemeldet.

Ihr großer Wunsch ist eine Klotzbeute für Bienen, die in Anschaffung und einjähriger Betreuung rund 1200 € kosten würde. Die alte Honiggewinnung in ausgehöhlten Baumstämmen wird von der „Bienenbotschaft“ außerordentlich aktiv publik gemacht. Sie stellt ihre Verfahren seit einigen Jahren im Botanischen Garten bei öffentlichen Terminen vor. Gisela ist überzeugt, dass diese alte Methode auch Wildbienen in Frankfurt-Niederrad unterstützen würde.

Bekannt ist Gisela auch durch die öffentlichen Spaziergänge im Grüneburgpark zu Natur und Gestaltung des denkmalgeschützten englischen Landschaftsparks, ein Landschaftsschutzgebiet. Die Bürgerinitiative Grüneburgpark hat seit 2012 die 4,2 Millionen € teure Sanierung sehr kritisch begleitet, rettete 165 gesunde Bäume, die für ahistorische „Sichtachsen“ weg sollten, pflanzte zwei Speierlinge, sorgte für mehr Baumpflanzungen und den Erhalt vieler wild gekeimter schöner Bäume. Auch konnten die dringend notwendige Toilette, der Pavillon, die Erhaltung der Rosenbeete und zum Schluß auch die Erhaltung von hochwachsenden Wildwiesen erreicht werden. Ein sehr großer Erfolg war die Verhinderung eines erhöhten Picknick-Plateaus am Gedenkplatz. Stattdessen wurden auf Wunsch der BI wieder Rosen gesetzt.

Wildwiesen und die Erhaltung der Wildnis in den Clumps, den Gehölzinseln, sind derzeit Giselas Herzensanliegen, um der Biodiversität Möglichkeiten zu erhalten und zu geben.

Sie sagt: „Geschwätz von Wildnis und Grün (Green City, Stadt der Bäume) gibt es in Frankfurt von offizieller Seite reichlich. Das Gegenteil findet statt, siehe die kürzlich wieder durchgeführten großflächigen Kahlschläge an Büschen in vielen Parkanlagen, so daß die Vögel kaum Quartiere finden. Es gibt nach Kahlschlägen einfach auch weniger Laub zur Luftfilterung der miserablen Frankfurter Luft.“

Neun Jahre lang saß Gisela als Stadtverordnete im Frankfurter Stadtparlament für die FlughafenAusbauGegner (2002 – 2011), einer Wählergemeinschaft. Als Teil dieser Wählergemeinschaft war Gisela in der Fraktion zu sämtlichen kommunalpolitischen Themen sehr aktiv. Ein Schwerpunkt wurde die Barrierefreiheit.

Gerne denkt sie an das sehr schöne, erfolgreiche Projekt „Nahmobilität im Nordend“ zurück., in dem sie parallel zu ihren übrigen Engagements aktiv war. 10 Jahre lang gelang es ihr, mit der „Initiative Alte für Frankfurt“ die Bürgerbeteiligung für die Generation 50+ mit Bürgerforen und bei Mobilitäts-Themen voranzubringen. Die letzten Monate im Römer schloß sich Gisela parteilos der Fraktion der Linken im Römer an, was ihr gute Kontakte beschert. Überhaupt profitiert sie bei all ihren kommunalpolitischen Tätigkeiten bis heute von ihrem Arbeitsprofil und der Ansicht, daß kreative Beteiligung in unserer demokratischen Gesellschaft grundlegend ist. Allerdings hat sie mit der starren Gremienarbeit abgeschlossen. In der Aktionsgemeinschaft Westend, die jetzt ihre 50-Jahr-Feier hat, ist Gisela seit 40 Jahren aktiv dabei. Diese Gruppe rettet zum Beispiel Vorgärten, damit sie grüne Lungen bleiben.

Was sich Gisela bei den Naturfreunden vorstellt und wünscht:

Daß ein, zwei, drei Personen zur Wildbienen-Projektgruppe dazu stoßen, für blühende Wildpflanzen sorgen, pflanzen, bewässern und vielleicht weitere Wildbienen-Behausungen anlegen. Wer dazu Zeit und Lust hat, möge einfach mal Reni oder Gisela ansprechen!

Wildbienen-Projekt: Reni Schäfer, Gisela Becker

Kontakt: Gisela Becker giselbecker@web.de T 069 97205559

www.stadtundnatur.wordpress.com http://www.grueneburgparkinitiativen.wordpress.com

Gisela Becker/Claudia Lenius

Beitrag veröffentlicht im 2. Quartalsheft 2019 NaturFreunde Frankfurt am Main

http://www.naturfreunde-frankfurt.de

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